Referendum «Zivildienst retten» eingereicht
Ein starkes Zeichen gegen die Schwächung des Zivildienstes
Eine breite Allianz aus Parteien, Verbänden, Organisationen und Einsatzbetrieben hat heute das Referendum «Zivildienst retten» eingereicht. Sie wendet sich gegen die geplanten Verschärfungen des Zivildienstgesetzes (ZDG), welche den Zugang zum Zivildienst um 40 Prozent reduzieren würden.
Heute hat die Allianz «Zivildienst retten» in Bern das Referendum gegen die Verschärfungen des Zivildienstes eingereicht (Die Bilder der Einreichung sind ab 17 Uhr hier verfügbar). Das Zustandekommen des Referendums aus einer breiten Allianz von Parteien, Organisationen, Verbänden und Einsatzbetrieben ist ein starkes politisches Signal für den Erhalt des Zivildienstes. Es zeigt, dass zahlreiche Menschen die Revision des Zivildienstgesetzes (ZDG) vom 26. September 2025 nicht hinnehmen wollen. Der Zivildienst soll auch in Zukunft als sinnstiftender Dienst an der Gesellschaft erhalten bleiben. Er greift dort, wo bereits heute akuter Personalmangel herrscht und unterstützt damit dort, wo die Hilfe am meisten gebraucht wird.
Die überparteiliche Allianz, angeführt vom Schweizer Zivildienstverband CIVIVA und den Jungen Grünen und getragen durch mehr als 30 Partner-Organisationen und Parteien, hat heute bei der Bundeskanzlei über 57 000 gültige Unterschriften eingereicht. Das Referendum richtet sich gegen die Verschärfungen des Zivildienstgesetzes, die die Zulassungen zum Zivildienst um 40 % kürzen wollen. Zivildienstleistende leisten jährlich annähernd zwei Millionen Einsatztage in Pflege, Sozialem, Bildung, in der Landwirtschaft, sowie im Umwelt- und Naturschutz – Bereiche, die bereits heute unter akutem Personalmangel leiden.
In den letzten Monaten haben zehntausende Menschen das Referendum unterschrieben und damit deutlich gemacht: Der erneute Angriff auf den Zivildienst muss entschieden zurückgewiesen werden. Der Zivildienst leistet einen elementaren Beitrag zum gesellschaftlichen Gemeinwohl und ist Ausdruck gelebter Gewissensfreiheit.
Klare Kritik an Verschärfungen des Zivildienstgesetzes durch die Vertreter*innen
Im Rahmen der heutigen Einreichung des Referendums «Zivildienst retten» äusserten sich Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Zivilgesellschaft und Einsatzbetrieben deutlich gegen die geplanten Verschärfungen des Zivildienstgesetzes. Die Revision sieht unter anderem eine massive Reduktion der jährlichen Zulassungen zum Zivildienst von 40 % sowie zusätzliche administrative Hürden vor, welche den Wechsel vom Militär- in den Zivildienst erschweren sollen. Nationalrätin und CIVIVA-Co-Präsidentin Priska Seiler Graf machte dabei klar, dass diese Massnahmen entschieden zurückgewiesen werden müssen:
«Diese Verschärfungen beim Zivildienst müssen gestoppt werden. Sie helfen der Armee nicht, sondern sollen den Zivildienst gezielt unattraktiv machen. Die Bevölkerung anerkennt jedoch die Leistungen des Zivildienstes – und genau deshalb lassen wir nun das Volk darüber entscheiden.»
Wegfall von Zivildienstleistenden gefährdet das Gemeinwohl
Anschliessend wies Magdalena Erni, Co-Präsidentin der Jungen Grünen, auf die gravierenden Folgen hin, die ein Wegfall von Zivildienstleistenden für das Gemeinwohl hätte:
«Jeden Tag übernehmen Tausende von Zivildienstleistenden Verantwortung für unsere Gesellschaft in Bereichen wie Sozialwesen, Gesundheitswesen, öffentliches Bildungswesen, Landwirtschaft oder Umweltschutz, in denen es an Ressourcen mangelt. In all diesen systemrelevanten Bereichen leisten die Zivildienstleistenden wertvolle Unterstützung für die dort tätigen Mitarbeiter*innen.»
Kritik äusserte auch Pauline Schneider, politische Sekretärin der Gruppe Schweiz ohne Armee, insbesondere an der Argumentation des Bundesrats zur Revision des Zivildienstgesetzes. Sie sagt:
«Der Bundesrat wiederholt seit Monaten, dass die Bestände der Armee rückläufig seien und dass dringend eine Lösung gefunden werden müsse, um die Reihen der Armee wieder aufzufüllen. Die Berechnungen zeigen jedoch etwas anderes: Dank einer undurchsichtigen Berechnung sind die Bestände immer noch zu hoch.»
Zivildienst als Entlastung angespannter Strukturen
Aus der Perspektive der Einsatzbetriebe unterstrich Andreas Katz, Projektleiter für Zivildienstleistende im Verein Grünwerk, den konkreten Nutzen des Zivildienstes im Alltag:
«Unsere Zivis bringen Eigenmotivation, Verantwortungsbewusstsein und den festen Willen mit, etwas Sinnvolles für die Gesellschaft zu tun. Sie unterstützen unsere Fachpersonen, entlasten bestehende Strukturen und ermöglichen Projekte, die sonst nicht oder nur eingeschränkt realisierbar wären.»
Mit der Einreichung des Referendums “Zivildienst retten” beginnt für die Allianz nun der Abstimmungskampf gegen die Verschärfungen des Zivildienstgesetzes.